Roulette ist das einfachste Spiel im Casino und das mit der klarsten Mathematik: Ein Kessel, 37 oder 38 Fächer, feste Auszahlungen. Genau deshalb ist es das Spiel, bei dem eine einzige Entscheidung mehr bringt als jede Strategie – die Wahl der Variante. Dieser Ratgeber rechnet die Quoten durch, ordnet Systeme ein und nennt, worauf bei Online-Tischen zu achten ist.
Die drei Varianten und ihr Preis
Europäisches Roulette hat 37 Fächer: die Zahlen 1 bis 36 und eine Null. Eine Wette auf eine einzelne Zahl zahlt 35:1 aus, während die Chance 1:37 beträgt – diese Lücke ist der Hausvorteil von 2,7 %. Das ist die Standardvariante im deutschsprachigen Raum und bei allen Anbietern im Vergleich verfügbar.
Französisches Roulette hat denselben Kessel, aber eine Zusatzregel: Bei La Partage bekommt man auf einfache Chancen (Rot/Schwarz, Gerade/Ungerade, 1–18/19–36) die Hälfte des Einsatzes zurück, wenn die Null fällt. Das senkt den Hausvorteil auf diesen Wetten auf 1,35 % – der beste Wert, den Roulette bietet. En Prison ist die Alternative: Der Einsatz bleibt für eine Runde stehen. Französische Tische sind seltener und stehen meist im Live-Bereich.
Amerikanisches Roulette hat 38 Fächer, weil eine Doppelnull hinzukommt. Die Auszahlungen bleiben gleich, die Gewinnchance sinkt – Hausvorteil 5,26 %, fast das Doppelte des europäischen. Es gibt keinen Grund, amerikanisches Roulette zu spielen, wenn europäisches verfügbar ist. Am Tisch erkennt man es an der grünen 00 im Kessel und im Wettfeld.
| Variante | Fächer | Hausvorteil | Verlust pro 100 € Umsatz |
|---|---|---|---|
| Französisch (La Partage, einfache Chancen) | 37 | 1,35 % | 1,35 € |
| Europäisch | 37 | 2,70 % | 2,70 € |
| Lightning Roulette und Multiplikator-Varianten | 37 | 2,99 % | 2,99 € |
| Amerikanisch | 38 | 5,26 % | 5,26 € |
Die Wetten und ihre Auszahlungen
Beim europäischen Roulette haben alle Wetten außer einer denselben Hausvorteil von 2,7 % – die Verteilung von Häufigkeit und Höhe unterscheidet sich, der Preis nicht:
| Wette | Auszahlung | Gewinnchance | Hausvorteil |
|---|---|---|---|
| Plein (eine Zahl) | 35:1 | 2,7 % | 2,7 % |
| Cheval (zwei Zahlen) | 17:1 | 5,4 % | 2,7 % |
| Transversale (drei) | 11:1 | 8,1 % | 2,7 % |
| Carré (vier) | 8:1 | 10,8 % | 2,7 % |
| Douzaine (Dutzend) | 2:1 | 32,4 % | 2,7 % |
| Colonne (Kolonne) | 2:1 | 32,4 % | 2,7 % |
| Einfache Chance (Rot/Schwarz u. a.) | 1:1 | 48,6 % | 2,7 % |
Wer auf eine Zahl setzt, gewinnt selten und viel; wer auf Rot setzt, fast jede zweite Runde und wenig. Der erwartete Verlust ist identisch. Das ist die Volatilität, die der Ratgeber zu RTP und Volatilität für Slots erklärt – bei Roulette lässt sie sich über die Wettart direkt einstellen, ohne den Preis zu ändern.
Die Ausnahme sind Nebenwetten in Multiplikator-Varianten. Bei Lightning Roulette werden einzelne Zahlen mit Multiplikatoren bis 500× belegt, dafür sinkt die Auszahlung auf einfache Chancen von 1:1 auf 0,90:1 – der Hausvorteil steigt auf 2,99 %. Die Multiplikatoren sind spektakulär und kosten etwa 0,3 Prozentpunkte.
Systeme: warum keines funktioniert
Martingale verdoppelt nach jedem Verlust auf einfache Chancen. Nach einem Gewinn ist der bisherige Verlust ausgeglichen plus eine Einheit. Das funktioniert, solange keine lange Verlustserie kommt – und die kommt. Bei 1 € Startwert sind nach sieben Verlusten in Folge 128 € pro Runde fällig und 255 € verloren; die Wahrscheinlichkeit für sieben Verluste in Folge liegt bei etwa 1 zu 74. Wer 200 Runden spielt, erlebt sie mit hoher Wahrscheinlichkeit. Zusätzlich stoppt das Tischlimit die Verdopplung.
Paroli verdoppelt nach Gewinnen und begrenzt so die Verluste, gibt aber Gewinne wieder zurück. D’Alembert erhöht und senkt in Einheiten, glättet nur. Fibonacci und Labouchère sind Varianten desselben Prinzips.
Der gemeinsame Kern: Jede Runde ist unabhängig, der Hausvorteil wirkt auf jeden einzelnen Einsatz, und keine Reihenfolge von Einsätzen ändert die Summe der Erwartungswerte. Systeme verschieben die Verteilung – viele kleine Gewinne und selten ein großer Verlust, oder umgekehrt. Sie senken den Preis nicht. Wer ein System nutzt, sollte das als Struktur für die eigene Disziplin verstehen, nicht als Vorteil.
Ebenso wenig funktionieren „Kesselfehler“ (bei Software-Roulette gibt es keinen physischen Kessel, bei Live-Tischen werden sie überwacht und kalibriert) und das Verfolgen von Zahlenserien – das Rad hat kein Gedächtnis.
Software oder Live: worauf achten
Software-Roulette läuft über einen geprüften Zufallsgenerator, ist schnell (mehrere hundert Runden pro Stunde möglich) und erlaubt kleine Einsätze ab 0,10 €. Das Tempo ist der Nachteil: Mehr Runden bedeuten mehr Umsatz und damit mehr absoluten Verlust bei gleichem Einsatz.
Live-Roulette hat einen echten Kessel unter Kamera, 30 bis 45 Runden pro Stunde und höhere Mindesteinsätze (meist ab 0,50 bis 1 €). Die Transparenz ist höher, das Tempo niedriger – beides Argumente dafür. Details zu Studios und Tischen im Ratgeber zum Live Casino in Österreich.
Drei Prüfpunkte vor dem ersten Einsatz: Erstens die Variante – steht eine 00 im Wettfeld, Tisch wechseln. Zweitens das Tischlimit, damit das Budget mehr als ein Dutzend Runden trägt. Drittens, bei aktivem Bonus, die Spielgewichtung: Roulette zählt bei den meisten Anbietern nur zu 10 bis 20 % oder gar nicht, wie der Ratgeber zu Umsatzbedingungen vorrechnet. Wer mit Bonusguthaben Roulette spielt, erfüllt die Bedingung praktisch nicht.
Roulette bei den verglichenen Anbietern
Alle zehn Anbieter im Ranking führen Roulette als Software-Variante und im Live-Bereich, überwiegend von Evolution und Pragmatic Play Live. Unterschiede liegen bei den Tischlimits und daran, ob französische Tische mit La Partage verfügbar sind – das ist bei den großen Live-Anbietern häufiger der Fall, etwa bei LeoVegas mit eigenen Evolution-Tischen oder bei Ice Casino mit über 7.000 Spielen inklusive breitem Tischangebot. Wer gezielt französisches Roulette sucht, prüft die Tischliste im Live-Bereich vor der Einzahlung; die Spielinformation nennt Variante und Hausvorteil.
Häufige Fragen
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Welche Roulette-Variante hat den niedrigsten Hausvorteil?
Französisches Roulette mit La-Partage-Regel: 1,35 % auf einfache Chancen. Danach europäisches Roulette mit einer Null (2,7 %). Amerikanisches Roulette mit Doppelnull liegt bei 5,26 % – fast das Doppelte des europäischen und ohne Vorteil für den Spieler. -
Funktioniert das Martingale-System?
Nein, dauerhaft nicht. Das Verdoppeln nach Verlusten funktioniert, bis eine Verlustserie das Budget oder das Tischlimit erreicht – und diese Serie kommt statistisch sicher. Der Hausvorteil bleibt bei jedem Einsatz gleich; Systeme verschieben nur die Verteilung von Gewinn und Verlust. -
Was bedeutet La Partage?
Eine Regel des französischen Roulettes: Fällt die Null, erhält der Spieler die Hälfte seines Einsatzes auf einfache Chancen zurück. Das halbiert den Hausvorteil auf 1,35 %. En Prison ist die Variante, bei der der Einsatz für eine weitere Runde stehen bleibt. -
Ist Online-Roulette manipuliert?
Bei lizenzierten Anbietern nicht. Software-Roulette nutzt geprüfte Zufallsgeneratoren, Live-Roulette echte Kessel unter Kamera. Wer ein Rad und einen Dealer sehen will, spielt an einem Live-Tisch – die Transparenz ist dort naturgemäß höher. -
Zählt Roulette für Bonus-Umsatzbedingungen?
Meist nur zu 10 bis 20 Prozent, oft gar nicht. Der Grund ist der niedrige Hausvorteil: Bei voller Gewichtung wäre der Bonus für das Casino nicht kalkulierbar. Die Gewichtung steht in den Bonusbedingungen.
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